Warum provisionsfreie Immobilien?


Warum provisionsfreie Immobilien?

Die Welt verfasste am 6. März unter der Überschrift den Immobilienartikel Deutsche Makler gehören zu den teuersten der Welt. Interessant, wie der Immobilienvermittler international vergütet wird und welche Qualifikationen er aufbringen muss. Die Lobby der Immobilienmakler scheint in Deutschland nach der Politik nun auch von der Presse zunehmend angegriffen. Käufer und Makler selbst üben deutschlandweit Kritik. Aber geht es nur um „schwarze Schafe“?

Lassen wir mal die Emotionen zu dieser Diskussion weg und betrachten eher die deutschen Vergütungsmodelle im Falle des Hauskaufes in Berlin. Viele Makler verweisen auf eine Klausel in Ihren Geschäftsbedingungen: „Die Provision bei Kaufabschluss beträgt 6,0 Prozent plus Mehrwertsteuer.“ Bei 19 Prozent Mwst. ergibt das eine Maklercourtage / Immobilienmaklerprovision von 7,14 Prozent zum Kaufpreis. In den Exposes in Berlin Mitte finden wir heute bei den Townhouses 4,5 % = 5,355 % inklusive Mehrwertsteuer und 5.57% inkl. Umsatzsteuer (4,68 % ohne Mehrwertsteuer). Man wagt hier kaum die 7,14% inkl. MWSt zu fordern. Dazu der Hinweis eines Immobilienexperten von ImmobilienScout24 per Facebook zu dem gepostetem Welt-Artikel: „Ist wie immer in der freien Wirtschaft: Leistungsbezogene Vergütung wird allgemein gefordert, aber sehr unterschiedlich interpretiert.“


Gesetzliche Maklerprovision in Berlin für Immobilien

Es gibt noch immer kein regulierendes Gesetz für Maklerprovisionen in Berlin oder für andere Bundesländer. Die Höhe der Provision des Immobilienmaklers ist gesetzlich nicht bestimmt. 3-7 % zuzüglich Mehrwertsteuer werden deutschlandweit gefordert.

In Berlin beträgt die übliche Maklercourtage bei Kaufabschluss eigentlich 6%. Daraus errechnet sich eine Provision von 7,14% vom Kaufpreis. Viel Geld gegenüber „wenig Leistung“ laut Welt-Artikel.

Mehr geht auch nicht. Ich kopiere hier mal dankend den Blog von http://ramydlak.blogspot.com/2010/08/wie-hoch-ist-die-ubliche.html mit dem Hinweis:

Nichtig ist jedenfalls die Vereinbarung einer Maklerprovision in Höhe von etwa 27% des Kaufpreises. Eine solche Vereinbarung ist sittenwidrig, wenn keine besonderen Umstände für eine das gewöhnliche Maß übersteigende Maklertätigkeit ersichtlich sind (OLG Brandenburg, 14.10.2009, Az: 4 U 11/09). Auch eine Erfolgsprovision i. H. v. 12,5 % für einen Grundstücksverkauf steht in einem auffallenden Missverhältnis zur erbrachten Maklerleistung und ist als solche sittenwidrig (AG Frankfurt/Main, 6.11.2008, Az: 31 C 838/08-83). Ähnlich das OLG Frankfurt/Main bei einer Maklercourtage von 12% (OLG Frankfurt a. M., Urteil vom 05.02.2008, 18 U 59/07).

Als unverbindlicher Tipp für Hartgesottene an dieser Stelle, die den Immobilienkauf oder das Mieten in Berlin provisionsfrei anstreben: einfach mal die Maklerprovision anfechten. Meine Immobilienmaklerin meiner ehemaligen Mietwohnung wurde dummerweise durch mich bezahlt. Ihre Anzeigenkosten bei ImmobilienScout24 für diese Mietwohnung lagen sicherlich bei um die 100 Euro. Ihre Provision inklusive Umsatzsteuer hebelte sich auf mehrere Tausend Euro. Sie verkauft sich noch immer als eine Art Relocation und Consulting Berlin. Später erzählte sie mir, dass es bei ihr in letzter Zeit dreimal vor Gericht ging, da ihre Provision nicht gezahlt wurde. Dreimal verlor sie. Das ist doch mal ein Hinweis. Eine billige Immobilienanzeige bei ImmobilienScout24 und der anschließende Besichtigungstermin waren es dem Gericht wohl nicht wert genug, ihre Provision zu akzeptieren. Deshalb verzichtet sie laut ihrer Aussage heutzutage gleich immer auf einen Rechtsstreit. Falls jemand einem ähnlichen „Relocation-Agent“ verfallen ist, dann einfach gleich den Auszug der Welt vor die Nase halten und die Leistungsdaten eines UK-Maklers abfragen, der als Relocation Agent bei abgesicherter Ausbildung zwei Prozent bekommt im Verkauf. Wenn man sich schon als Relocation Berlin Agent verkauft, dann bitte mit allen Konsequenzen;-)

2 Gedanken zu “Warum provisionsfreie Immobilien?

  1. Pingback: my-tag » Warum provisionsfreie Immobilien? | Berlin Townhouses – Townhouse …

  2. Ron,
    Du hast das Thema Innenprovision nicht erwähnt, gerade bei Bauträgerobjekten ein sehr grosses Thema, auch wenn provisionsfrei (für den Käufer) angeboten wird, da sind tlw. 10-17% vergraben !!. Zudem solltest Du über Mietwohnungsprovisionen (= m.E. Wegelagerei) und Provisionen für ETWs vom Bauträger und von Privat unterscheiden. Wer ein Miethaus kaufen möchte kommt in Berlin um einen Makler z.B. nicht herum. Mit welcher Begründung hat den die Maklerin die Rechtsstreite verloren?

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.