Townhouse Berlin Alexanderplatz

Townhouses auf dem Alexanderplatz nun doch? Nach Vorstellungen des Ex-Stadtbaudirektor H. Stimmann könnten Townhouses da entstehen, wo Marx & Engels eigentlich verewigt wurden. Park oder Townhouse-Siedlung in Berlin Mitte? Townhouses sind sozial verträglich zwischen Fernsehturm und Berliner Stadtschloss.

Wo man aus der Höhe heutzutage eher einen UFO-Landeplatz am ehemaligen Berlin Stadtschloß vermutet, da soll es nun doch wieder städtebauliche Bewegung geben, wenn es nach Hans Stimmann gehen würde. Das frühere Marienviertel mit einst urbaner Bebauung kann mit Stadthäusern, neuberlinerisch Townhäuser, so wieder belebt werden zwischen Fernsehturm und zukünftigem Stadtschloss. Was nun die Herren Marx & Engels mit ostwärts ausgerichtetem Blick von ihrem Ehrenplatz im Denkmal Marx-Engels-Forum dazu meinen würden? Niemand wagt da Rücksicht zu nehmen. Aber ein Abtragen wäre so rücksichtslos wie das Zerstören des Lenindenkmales am Friedrichshain. Irgendwie gehören diese künstlerisch hochwertigen DDR-Denkmäler einfach dazu in Ex-Berlin-Ost. Gerade dieser Teil Berliner Geschichte macht doch Berlin so interessant für ausländische Besucher wie die Zeit um „Groß-Berlin“.

Mehr Park am Berliner Stadtschloss?

So abwegig ist die Idee des „Rückbaus“ auch überhaupt nicht. Man hat sich an die riesige Freifläche zwar gewöhnt, doch Veränderungen stehen seit der Wende auf der Wunschliste der Städteplaner. Ein dichteres Begrünen wäre eine Alternative, um dem „Platz“ mehr den Charakter eines Parks zu verpassen. Vielleicht sollte man sich darauf einigen, dass Areal neu zu planen, wenn das Stadtschloss wieder steht? Bis dahin sind die Bäume auch mehr gewachsen und der parkähnliche Charakter würde dem Schlossumfeld dienlich sein. Dann wäre das Entscheiden einfacher. Das Ende vom Palast der Republik konnte damals schnell beschlossen werden. Asbest war wohl der Aufhänger, um politisch verträglich die Entscheidung zu fällen. Ein Lamentieren ohne Entscheidung ist den vorangegangen Entscheidungen zum Abriss „palazzo prozzo“ und Wiederaufbau hinderlich. Jetzt muss der Wiederaufbau vom Schloss Berlin auch wieder sein Umfeld bekommen. Ewig lange Parkanlagen passen nun nicht. Bürgernähe ist angesagt und entspricht einer Hauptstadt. Im Februar 2011 entscheidet sich ja auch westlich vom Schloss um die ehemalige Falkoniergasse an der Bauakademie, ob da Townhouses und/oder Mehrfamilienhäuser entstehen.

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Berlin Mitte © by Iven & Hillmann

Townhouse-Vorbilder

Oder lieber doch die Idee des Bebauens mit Townhouses der neuen Berliner „Immobilienmacher“ mit erfolgreichen Konzepten für Wohnimmobilien und Townhouses in Berlin Mitte à la Maik Uwe Hinkel mit Bauhaus Living am Friedrichswerder stark pro Haus individualisiert, à la O. Hirt mit Agromex am Hafenquartier Mitte leicht individualisiert oder den streng deutschen Monoblock-Townhouses am Pankepark aus der Feder der Meermann-Architekten? Als Vorbild für mögliche Visualisierungen in der Planung könnte das Foto vom ursprünglichen Marienplatz dienen. Das hier auch mit Stadtschloss zu bewerten ist.

Quelle Wikipedia: Urbane Bebauungssituation 1891 auf dem heutigen Areal des Forums (früheres Marienviertel) mit Stadtschloss

Keine leichte Aufgabe für Städteplaner und Gremien mit Entscheidungsgewalt für Veränderungen der Stadt? Mehr Park wäre ein Leichtes zu entscheiden. Zusätzliche Büros für Konzernzentralen und Regierungsbauten? Mit internationaler Ausrichtung vielleicht? Bauten für den nationalen Hofstaat hat Berlin genug. Internationale Konzernzentralen und Departements der EU könnten auch das Stadtschloss wieder optisch verdrängen mit ihrem Anspruch auf äußerliche Repräsentanz. Ein Stadion würde passen. Aber da haben wir auch genug. Und die o2 World ist bereits gebaut. Ein Themen-Park vielleicht?

Also Park oder Townhouse-Siedlung? In der Nähe haben wir den großen Tiergarten. Könnten also Townhouses nicht schaden. Sollte Berlins ehemaliger Senatsbaudirektor und Staatssekretär für Stadtentwicklung da richtig liegen? Er liegt wohl richtig. Das ehemalige Brachland Am Friedrichswerder ist wenige hundert Meter entfernt. Die Townhouses dort haben Berlin erfolgreich ein neues Gesicht unter seiner Schirmherrschaft gegeben, so wie es Stimmann’s oft gepriesenem Geschmack entsprechen sollte – mit abgestimmter Traufhöhe und Steinfassade.

Billigbau mit grünen Glasfassaden passt nicht zu Berlin

Achten sie mal in Berlin bei Büro-Neubauten mit Glasfassade darauf, wie Berlin neuerdings widerlich grün schimmert und an ein Schwimmbad mit Chlordämpfen erinnert. Man sollte diesem Trend begegnen mit mehr Wohnbauten, die 60 % Stein und maximal 40 % Glas zulassen. Das Verhältnis zwischen Lichtdurchlassquote und Energiedurchlassquote soll bei den grünen Scheiben einfach am besten sein – ist das Argument der Architekten mit Kostendruck. Bauten mit andersfarbigen Gläsern sollen mehr Strom verbrauchen. Grünes Glas soll billiger sein. Ein offene Diskussion dann hier:

deutsches-architektur-forum.de

Ergo. Keine weiteren Bürobauten mit grüner Glasfassade in Berlin Mitte!

Sozialstruktur bei weiteren Townhouses in Mitte?

Segration und Gentrification?
Papperlapapp! Es gibt rund um den Alexanderplatz nichts zu verteidigen, um eine soziale Struktur zu erhalten. Leipziger Straße, Rathauspassage, Karl-Liebknecht-Straße oder Nikolaiviertel wurden zu DDR-Zeiten mit linientreuen Akademikern bevölkert. Erfolgreiche Politiker und Künstler wurden mit Diplomaten aus aller Herren Länder an diesem Hotspot kontrolliert cosmopolitisch vermischt. „Geldadel“ ist also prädestiniert genug, um Berlin Mitte mit Townhouses „aufzuhübschen“.


Ein Gedanke zu “Townhouse Berlin Alexanderplatz

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