Hauskauf Berlin plus Nebenkosten

Nach zwei Wochen Haus gekauft, schreibt das-immobilien.blog. Zwei Wochen? Ich gratuliere. Kauf, Notar und Finanzierung in zwei Wochen zu schaffen, das ist rekordverdächtig. Die Doppelhaushälfte muss im City-Bereich liegen oder aber der Makler „schnürte ein schnelles Paket“. Oder an der Oder kann man jetzt auch Kitesurfen und Wale beobachten. In knapp zwei Wochen kann man die FDP (27.10.) wählen – aber ein Haus kaufen? Mhm?

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Normalerweise dauert der Hauskauf in Deutschland 6 Monate. Suche, Vertragschluss und Übertragung dauern seine Zeit. Da ich selbst Jahre Manager bei ImmobilienScout24 war, erinnere ich mich noch daran, dass ein Immobilienverkauf mit 9 Monaten angesetzt wurde aus Sicht der Verkäufer. Ich selbst habe mittlerweile ein Townhouse in Berlin Mitte gekauft und sehe mich als Experten in dieser Kategorie. Der Leser muss es mir glauben, dass ich mein/unser Familiendomizil beim ImmbilienScout fand. Wo sonst?

Bei mir dauerte der Hauskauf ca. 8 Monate. Dafür hatte ich auch keine Nebenkosten in Berlin außer Grunderwerbssteuer, Notar und Eintragungsgebühren. 4,5 % Grunderwerbssteuer, 1,5 % Notar und minimale Gebühren der Eintragungen. In Berlin und Hamburg (nicht sicher) ist die Grunderwerbssteuer höher. Bundesweit ist der Satz der Grunderwerbssteuer nur 3,5 Prozent hoch.

Meinen Bauträger konnte ich auch genau um diese Prozente drücken. Makler-Provisionen fielen bei mir nicht an. Ich bin auch eh der Gegner solcher Gebühren in Deutschland. Meine Frau kommt aus Chile und versteht unter einem Immobilienmakler eine Person, die mindestens 20 Immobilien zur Besichtigung organisiert und nur für den Käufer als Dienstleister auftritt. Sie drückte dann auch eigentlich den Verkauf. Mir war es peinlich. Aber die gesparte Summe wurde letztlich für einen Konzert-Bechstein ausgegeben. Ein Jahresgehalt!

Ein professioneller Makler zahlt pro Expose wenige Euro im Monat bei bspw. ImmobilienScout24. Da gibt es derzeit Einsteigerpakete für 99 Tage für 99 Euro alle Immobilien einzustellen. Warum soll ich da noch den Makler bezahlen? Wenn der geschickt ist, dann holt er sich beim Verkäufer noch 5 bis 7 Prozent „Innenprovision“. Zahlt ihm der Käufer auch noch etwas, dann kann er bis zu über 10 Prozent bekommen. Bei fast Null Ausgaben für Online-Anzeigen und ein wenig Besichtigungstermine zu veranstalten – „einfach ne Menge Holz“. Und dann werden in Deutschland noch Begehungstermine gleich mit mehreren Interessenten veranstaltet. Und das Bieterverfahren ist immer noch bei den Maklern im Gespräch. Unangenehm für denjenigen Hauskäufer, der eine Lebensentscheidung treffen will. Dazu versuchen Makler teilweise auch gleich die Finanzierung zu vermitteln. Auch da sind 3 Prozent Provision für sie möglich. Kein Wunder, dass es keine Akzeptanz für den Beruf des Immobilienmaklers bei vielen Deutschen gibt. Diesen Beruf muss man nicht studieren. Man muss nur bei der Schufa einen positiven Bescheid ausweisen und sich per Gewerbeverordnung nach § 34c Makler, Anlageberater, Bauträger, Baubetreuer einstufen lassen http://bundesrecht.juris.de/gewo/__34c.html und dann geht es los.

Welche Dienstleistung soll denn solcher Verkäufer erbringen? Kann er den Bauzustand und den Wert der Immobilie wirklich einschätzen? Wo liegt der Mehrwert? Anzeigen im Netz zu schalten? Das kann jeder Immobilienbesitzer. Die passende Immobilie samt Infrastruktur für den Suchenden zu finden? Da reicht schon die Immobiliensuche vom Immobilienscout und die Tools der Umkreissuche, wo Schulen, Krankenhäuser etc. ausgewiesen sind. Immobilienpreise sind auch da gleich über die Millionen Anzeigen und deren Entwicklung über den Wertfinder vergleichbar.

Rechnen wir zusammen. 5 bis 6 Prozent normale Nebenkosten durch Steuer, Eintragung und Notar. Dazu dann Makler-Provision plus eventuelle Finanzierung-Vermittlung-Provisionen. Das können im extremen Fall dann über 15 Prozent sein. Kaum rentabel für einen Käufer, der selbst die Immobilie bewohnen will. Und für den Anleger, der vermieten will, sind die Einstiegskosten zu hoch. 15 Prozent im ersten Jahr Verlust! Welche Rendite ist da noch zu erwarten? Fonds und Aktien sind da billiger im Erwerb. Ups – auch da kann man die fünf Prozent Agio sparen, wenn man gleich per ETF direkt an der Börse kauft. Aber da ist „Mister Dax“ der Experte.

Also dann lieber mieten;-) – Naja, es gibt aber doch die Möglichkeiten der Finanzierung, die sich irgendwie rechnen. Auf dem Immobilienfinanzierungsportal baufi-info24.de und der Lead Engine für die Baufinanzierung meine-baufinanzierung.de von ImmobilienScout24 sind ausreichend Informationen und Ratgeber zu finden sowie brauchbare Baufi-Rechner.

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